1. Alpenländische Jagdrechtstagung 2017

Vom 13. bis 15. Oktober 2017 fand die 1. Alpenländische Jagdrechtstagung in Schoppernau statt. Tagungsort war die Villa Maund; das Rahmenprogramm fand im Hotel Adler statt.

Unter dem Titel «Der moderne Jagdgesetzgeber: Was regelt er? Was soll er regeln? Wie soll er regeln?» widmete sich die erste Tagung grundlegenden Fragen einer zeitgemäßen Jagdgesetzgebung im Alpenraum. Im Mittelpunkt standen jagdrechtliche Regelungen im länderübergreifenden Kontext, das Spannungsverhältnis zwischen Jagdrecht und Eigentumsfreiheit sowie die Regelung und Kontrolle jagdlicher und nichtjagdlicher Aktivitäten.

Anerkannte Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis beleuchteten diese Themen aus unterschiedlichen Perspektiven und diskutierten, welche Rolle dem Jagdgesetzgeber angesichts internationaler Vorgaben, zunehmender Freizeitnutzung der Natur, technischer Entwicklungen und grundrechtlicher Fragestellungen zukommt. Die Titel der Vorträge waren:

  • Roland Norer, Jagd im Licht internationaler und regionaler Vorgaben zur Vernetzung von Lebensräumen
  • Freydis Burgstaller-Gradenegger, Jagd in Natura 2000-Gebieten
  • Maximilian Schaffgotsch, Welche behördlichen Vorgaben sind gegenüber Eigenjagdberechtigten möglich?
  • Kathrin Bayer, Interessenabwägung bei Jagdeinschränkungen
  • Wolfgang Stock, Wald: Eingriffe des Gesetzgebers in die Freizeitgestaltung
  • Klaus Hackländer, Reaktion auf neue Waffentechnik: Jagen mit Schalldämpfern

Ein weiterer Programmpunkt war dem Verbandsdisziplinarrecht gewidmet.

Die Tagung zeigte bereits bei ihrer ersten Durchführung, wie vielfältig die rechtlichen Herausforderungen des Jagdrechts im Alpenraum sind: Internationale und regionale Vorgaben beeinflussen den nationalen Gestaltungsspielraum; Schutzgebiete und Lebensraumvernetzung stellen neue Anforderungen an Jagd und Naturschutz; zugleich gewinnen Eigentumsfragen, Besucherlenkung, Freizeitnutzung und technische Entwicklungen zunehmend an Bedeutung. Ausgewählte Beiträge der Tagung wurden im Anschluss in der Publikation „Jagdrecht im Alpenraum“ Nr. 1/2018 veröffentlicht, herausgegeben von Klemens Jansen und Kathrin Bayer.

Das kulinarische Rahmenprogramm fand im Hotel Adler sowie in der Villa Maund statt. Neben den fachlichen Vorträgen boten gemeinsame Mittag- und Abendessen sowie der Ausklang an der Hotelbar Gelegenheit zum wissenschaftlichen und persönlichen Austausch.

Hintergrund zur Alpenländischen Jagdrechtstagung:

Die Alpenländische Jagdrechtstagung wurde im Jahr 2017 mit dem Ziel ins Leben gerufen, jagdrechtliche Themen im Alpenraum auf wissenschaftlichem Niveau zu diskutieren.

Seit Gründung sind die Universität für Bodenkultur Wien (Univ.-Prof. Dr. Klaus Hackländer), die Universität Luzern (Prof. DDr. Roland Norer) und die Universität Graz (Univ.‑Prof. DDr. Bernd Wieser, Univ.-Prof. Dr. Stefan Storr) wissenschaftliche Kooperationspartner der Alpenländischen Jagdrechtstagung.

Örtlich fokussiert sich die Tagung auf jagdrechtliche Regelungen in Österreich, Deutschland, Italien, Liechtenstein und der Schweiz. Tätigkeitsschwerpunkte und Ziele der Jagdrechtstagung sind:

  • der Austausch zum Jagdrecht zwischen Behörden, Jurist:innen, Jäger:innen und sonst wissenschaftlich Interessierten,
  • das Finden von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den Alpenländern und
  • der daraus resultierende Erkenntnisgewinn für Problemlösungsmöglichkeiten.

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